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Warum wir mit dem Rückbau bis Oktober warten
15 Juli '26
Ein lebendiges Quartier zeichnet sich nicht nur durch eine starke menschliche Gemeinschaft aus, sondern auch durch den respektvollen Umgang mit der Natur vor unserer Haustür. Bei der Planung der Mössinger Höfe ist es uns eine Herzensangelegenheit, eine direkte Verzahnung von modernem Wohnraum und der angrenzenden Landschaft zu schaffen. Das bedeutet auch, dass wir uns nach den natürlichen Zyklen richten: Da auf dem Gelände aktuell noch der Bluthänfling und die Klappergrasmücke leben, starten wir mit den Rückbauarbeiten ganz konsequent erst im Oktober, wenn die Vögel flügge und in ihr Winterquartier gezogen sind.
Dank einer bewusst geringen Versiegelung, der behutsamen Integration des alten, wertvollen Baumbestandes sowie der Anlage neuer Nahrungshabitate bleibt diese biologische Vielfalt auch in Zukunft direkt vor Ihrer Haustür erhalten. Zwei Ihrer zukünftigen, gefiederten Nachbarn zeigen uns eindrucksvoll, warum sich der Schutz dieser Lebensräume lohnt:
Der Bluthänfling: Ein farbenfroher Feinschmecker im Wandel der Zeit
Der Bluthänfling (Linaria cannabina) ist ein wahrer Blickfang unserer offenen Landschaften. Zur Brutzeit im Frühjahr tragen die Männchen eine leuchtend karminrote Stirn und Brust, die sich wunderschön vom rotbraunen Rücken abhebt. Er liebt strukturreiche Landschaften wie unsere geplanten Hecken, Sträucher und samenreiche Grünflächen.
Übrigens: Seine Vorliebe für ganz bestimmte Samen ist legendär. Der wissenschaftliche Name Cannabina leitet sich direkt von Cannabis ab, da er Hanfsamen über alles liebt. Als Tochtergesellschaft der niederländischen Rabobank können wir uns ein Schmunzeln hierbei natürlich nicht verkneifen. Da der Bluthänfling es in unserer modernen Landschaft oft schwer hat, geeignete Nistplätze und Nahrungsflächen zu finden, gehen seine Bestände allgemein zurück. Mit unseren gezielten Grünstrukturen und Wildkräutern bieten wir ihm auch in Zukunft ein sicheres Zuhause.
Die Klappergrasmücke: Teamwork und lautes Klappern in dichten Hecken
Deutlich unauffälliger, aber dafür umso lauter ist die Klappergrasmücke (Sylvia curruca / Curruca curruca). Sie ist unsere kleinste heimische Grasmücke und verbringt die Sommermonate von April bis September bei uns, bevor sie den langen Weg in ihr Winterquartier nach Ostafrika antritt. Man hört sie meist, bevor man sie sieht: Ihr Gesang startet mit einem leisen Gezwitscher und geht in ein rhythmisches, lautes Klappern über.
In den Mössinger Höfen findet sie auch in Zukunft perfekten Unterschlupf in den Hecken und Gehölzen der südlichen Grünfuge. Und auch in puncto Lebensweise ist sie ein echtes Vorbild für uns: Bei der Klappergrasmücke wird Familienleben im Teamwork gemeistert. Sowohl die Brut als auch die Pflege der Jungvögel teilen sich beide Elternteile zu gleichen Teilen auf – ein wunderbares Gleichnis für das lebendige Familienleben, für das wir in unserem Quartier Platz schaffen.
Drei Begegnungsorte für Mensch und Natur
Wir geben der Gemeinschaft Raum. Mit dem zentralen Quartiersplatz als lebendiger Mitte, der grünen Fuge im Süden und dem Hoeckle Park im Norden gestalten wir drei zentrale Begegnungsorte. Diese dienen nicht nur als Nahrungshabitat für den Bluthänfling und als Sommerquartier für die Klappergrasmücke, sondern fördern durch ein differenziertes Wohnangebot auch ein breites, lebendiges Spektrum an Lebensentwürfen für uns alle. Denn ein Quartier ist nur so lebendig wie die Gemeinschaft, die darin wohnt – ob im Nest oder im neuen Zuhause.